Alles was Du dir vorstellen kannst IST in DIR

„Wo bin ich?“ verwirrt schaust Du Dich um und fragst Dich, was gerade geschieht.

Wo möchtest Du denn SEIN? Hörst Du eine Stimme fragen.

„Na, da, wo ich um diese Zeit immer bin - im Bett ! – Drei Uhr nachts und ich … wo bin ich hier eigentlich?“

Nun, Dein Körper liegt im Bett und ruht sich aus. DU BIST hier.

„… und bitte, wo ist HIER? Ist etwas passiert? Bin ich etwa tot?

“Bewahre nein, natürlich lebst Du bei bester Gesundheit! Wie fühlt es sich denn an hier zu sein, was fühlst Du?“

„Ich fühle Wärme, Geborgenheit, aber vor allen Dingen fühle ich diesen schönen Frieden und mich von Liebe umgeben.“
Wow, das ist ja mal eine komplette Beschreibung dessen was IST, wenn Du bei Dir BIST.

„Ich bin doch immer bei mir! Was ist denn das für eine komische Aussage? Auch wenn sich hier alles schön anfühlt, aber ein wenig kärglich „eingerichtet“ ist es hier schon, oder?“

Du empfindest es so? Es ist genau so, wie DU es Dir vorstellen magst. Versuche es einfach einmal. Geh durch die Tür, und währenddessen stellst Du Dir ein schönes Schloss vor und wie Du einen Saal betrittst.

„Ok, das kann ich ja mal machen. Wo ist denn hier eine Tür? Ah, dort.“

 

Mutig durchschreitest Du die Tür.

 

„Boah, wo bin ich denn hier gelandet? Das ist ja das reinste Märchen! Fehlt nur noch, dass Sissi oder Aschenputtel gleich nach mir den Raum betreten.“

Plötzlich erschallt hinter Dir eine mahnende Stimme „Habt acht Eure Majestät.“ Alle Menschen verharren in der Bewegung und drehen sich zu Dir, bzw. zu der Stimme hinter Dir um und verneigen sich.

„Das ist ja komisch“, denkst Du, „es scheint, als werde ich überhaupt nicht bemerkt.“

Das ist so nicht richtig, hörst Du die schon bekannte Stimme neben Dir. Es könnte doch auch sein, dass die Menschen sich Dir zuwenden, oder? Diese Szene möchte Dir etwas zeigen.

„Ja? was denn?“

Sieh Dich um, was glaubst Du, wie geht es diesen Menschen? Denkst Du Sie sind alle reich, schön und erfolgreich?

„Ja natürlich sind sie das, sonst wären sie doch nicht hier bei Hofe, oder?“

Könnte es auch sein, dass sie sich reich und erfolgreich fühlen? Der Wert dessen, was Du bist, also Dein Selbstwert, ist doch nicht abhängig von äußeren Umständen. Das fühlst Du in Dir.

„Ja aber, hier –  hier sind doch alle wohl begütert“, entgegnest Du.

Siehst Du den nervösen, hageren Mann dort am Spinett?

„Ja, ich habe sogar die Musik erkannt, Mozart, nicht wahr?“

Ja, Wolferl persönlich – Du kennst doch seine Geschichte, nicht wahr? Er war alles andere als reich, er fühlte sich aber so, und so konnte er bei Hofe immer wieder seine Werke vorstellen. Es kommt in erster Linie auf den inneren Reichtum an - damit beginnt vieles.

„Das verstehe ich, aber die Menschen warten immer noch auf ...“, ja auf wen eigentlich?“

Schau Dich um, wen hat der Hofmarschall angekündigt? Auf wen sind die Blicke gerichtet?

Verwirrt siehst Du Dich um, nur um festzustellen, dass alle Blicke auf Dir ruhen. Dir beginnt es ganz warm und mulmig zugleich um Dein Herz zu werden.

Nun, tritt auf die Leute zu, zögere nicht! - hörst du die Stimme neben Dir. Du fasst Dir ein Herz und gehst mutig einen Schritt nach vorn – und plötzlich ist die ganze Szene verschwunden.

Es wird für einen kurzen Moment gleißend hell, dann dunkel, und dann bist Du Teil einer weiteren Szenerie.

Du stehst hinter einer Bühne, geschäftiges Treiben um Dich herum. Anweisung folgt auf Anweisung. Komm her, tu dies, das sitzt so nicht, was sind denn das für Haare und so weiter. Du bemerkst einen alten Herrn mit Zopf und Sonnenbrille. Er hat seine Stimme erhoben, um lautstark dazwischen zu rufen. „Jetzt ordnet  euch endlich, wir erwarten Petra jeden Augenblick, und wenn ich – ich der Modezar – mit ihr arbeite, dann habt ihr die Show ebenso gut über die Bühne zu bringen als wenn ihr für mich laufen würdet, ist das klar?“  Nach dieser resoluten Ansage kehrt so etwas wie Konzentration in den Bienenstock zurück.

Völlig perplex stehst Du da. Noch hat Dich niemand bemerkt. Leicht schwankend setzt Du Dich auf einen Stuhl, der plötzlich hinter Dir steht. Neben Dir hörst Du erneut die Dir schon bekannte Stimme.

Ja, alles ist möglich. Das Quentchen Glück gehört manchmal dazu, aber es steckt in Dir. Es ist alles in Dir. Eine Begabung, die Dir in die Wiege gelegt wurde, ist das Nähen. Bleibe in der Freude dies zu können. Habe Mut und Selbstvertrauen, Deine Kreationen zu zeigen und zu tragen. Sei Dir bewusst, alles was Du nähst, auch wenn es umgearbeitete Kleidung ist, Upcycling wie es neumodisch genannt wird, alles was du daraus kreierst, sind Designerstücke und als solche einzigartig und wertvoll. Wie Du! Nun steh auf, sieh durch den Vorhang, und trau Dich auch hindurch zu gehen.
Etwas verzagt stehst Du auf, schiebst den Stoff auseinander und musst schlucken. Jubelstürme erreichen Dich. Es sind Deine Kreationen, die dort bejubelt werden. Deine Knie werden weich. Sanft gleitest Du durch den Vorhang … Du fällst … und liegst wieder in Deinem Bett.

„Oh was habe ich denn da für einen Quatsch geträumt. Ich sollte nicht so spät essen.“

Du hörst eine leise Stimme …

„Das war kein Traum! Alles was Du Dir vorstellen kannst IST in DIR ...“

Olaf Gramzow 25.10.2018
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