Intuition vs. Bauchgefühl

Ach guck....da gibt es also einen Unterschied – zumindest vom Titel her.

Was ist damit gemeint?

Ich habe festgestellt, dass es vielen Menschen gar nicht klar ist, dass da überhaupt ein Unterschied besteht. Diesen besagten Unterschied werde ich jetzt in diesem Artikel aus meiner Sichtweise erläutern, denn er ist so viel wichtiger, als im ersten Moment vermutet! Es wird großartig – versprochen!

Ok...also das berühmt berüchtigte Bauchgefühl und die Sagen umwobene Intuition – was genau hat es damit auf sich?

Zunächst einmal sind das nicht nur in der Begrifflichkeit zwei unterschiedliche Dinge, sondern definitiv auch in der Bedeutung.

Warum?

Kurz gesagt : Das Bauchgefühl hast Du, wenn Dein Verstand zu Dir spricht und Intuition ist, wenn Deine Seele Dir etwas mitteilen möchte.

Bauchgefühl HAST Du und Intuition IST.

Das Bauchgefühl entsteht aus dem Verstand heraus. Die Intuition hingegen ist die Stimme Deines Herzens. Und wenn Du diese Stimme auch nur EINMAL bewusst vernommen hast, dann weißt Du, was ich mit „sie IST“ meine. Diese Stimme BIST DU. DU in Deinem wahren Wesen, das sich offenbart. Deshalb spreche ich von „SEIN“ in diesem Fall und nicht von „HABEN“ wie in Bezug auf den Verstand.

Das SEIN ist unendlich und IST auch noch, wenn Dein Körper und Dein Verstand inkl. Ego sich aufgelöst hat. Das Ego ist übrigens ein Teilaspekt des Verstandes und deshalb nicht von ihm zu trennen.

Ich bewundere übrigens zutiefst die Schöpfung und bin ihr gegenüber sehr demütig!
Sehr!

Wie genial ist das bitte alles konstruiert?! So genial, dass die meisten Menschen nicht mal ihre eigenen Begrenzungen merken, denen sie unterworfen sind. Ich nehme mich da auch nicht von aus. Es ist wirklich unfassbar gut inszeniert. Wir  lassen uns von unseren Erfahrungen diktieren, wie unsere Zukunft verlaufen soll.

Ablehnung - Zustimmung … alles eine Frage des Verstandes. Wirklich ein unfassbar geniales Konstrukt. Dazu kommt, dass uns alles auch noch ernsthaft REAL vorkommt.

Wer oder was ist Dein Verstand?

Dein Verstand ist ein Werkzeug, welches Deine gemachten Erfahrungen nimmt, diese in gut oder schlecht bewertet, dann in die Zukunft projiziert und aufgrund dessen Dir mitteilt, was Du machen oder lassen sollst. Dies äußert sich dann sehr oft in Form von Zweifeln, Verzweiflung, Missgunst, Ablehnung, Neid, Wut, Angst, Traurigkeit, Scham, Schuld und noch so einiger, sich unangenehm fühlenden Emotionen - der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, Du darfst gern noch einige ähnliche Emotionen hinzufügen.

Zusammengefasst kann man sagen, dass Dein Verstand die gemachten Erfahrungen (Vergangenheit und vorbei) nimmt und sie in die Zukunft (noch nicht da) transportiert. Hups...Vergangenheit...Zukunft... fehlt da nicht was in der Mitte? Korrekt ermittelt – es fehlt das JETZT.

Die Stimme Deines Herzens hingegen ist Deine Essenz, Deine Seele, Dein wahres SEIN und diese Stimme ist Dein eigentlicher Kompass für Deine Entscheidungen – zumindest sollte sie es sein. Diese Stimme äußert sich in Form einer absoluten Klarheit und in Wohlwollen, sie zieht Dich in eine bestimmte Richtung, die uns (Dank unseres Verstandes) manchmal unglaublich absurd vorkommt, die wir aber unbestritten wahrnehmen und die uns in Begeisterung versetzt.  Ja, sie kann uns regelrecht  in Euphorie versetzen – vorausgesetzt wir lassen es zu!

Natürlich ist unser Verstand nicht nur negativ - da hast du völlig Recht, denn wir haben ja auch positive Erfahrungen gemacht und diese sind selbstverständlich ebenfalls ein Maßstab für Entscheidungen, die der Verstand trifft.

Habe ich also die simple Erfahrung gemacht, dass Pfannkuchen  mit Pflaumenmus super lecker sind, dann stuft mein Verstand dieses Geschmackserlebnis als positiv ein, und ab sofort verbinde ich den Gedanken an „Pfannkuchen mit Pflaumenmus“ mit einem sehr positiven Gefühl – mein Verstand nickt zukünftige „Pfannkuchen-mit-Pflaumenmus - Mahlzeiten“ als genehmigt ab und alles ist gut.

Das ist simpel und einfach und von jedem schnell nachvollziehbar, dass dies eine sehr angenehme Erfahrung ist, die wir sehr gerne als Gewohnheit annehmen. 

Interessant und möglicherweise konfliktbeladen wird es allerdings dann, wenn es sich um unangenehme Erfahrungen handelt, die wir mal irgendwann gemacht haben. Da ist das Prozedere nämlich exakt dasselbe, nur halt auf einer anderen Ebene, die wir dann als gar nicht mehr so angenehm empfinden.

Ein Beispiel:

Ich, die das hier schreibt, bin eine Frau und hetero.

Wie fast alle Teenager war ich mit 15 verliebt in einen Jungen, der dann aber sein Mofa mehr liebte als mich.  Ich glaube, ich konnte damals Mofa- Marken am Geruch des Auspuffs erkennen ... Scherz … Allerdings fuhren diese aufgemotzten Rasenmäher wirklich viel damals umher. Egal. Jedenfalls fand mein damaliger Freund andere Mädchen zusätzlich zu seiner Mofa dann auch noch spannender als mich, und so fand ich mich weinend und triefend vor Selbstmitleid inmitten unzähliger Songs aus den 80ern wieder, die mein „Elend“ genau trafen und mich noch intensiver schluchzen ließen. Herrlich!

Klingt witzig, ist es irgendwie auch, nur halt nicht einfach eine abgeschlossene Anekdote meines Lebens, sondern eine Situation, die mein Verstand als eine Erfahrung verbucht hat, die dem entsprach, was Jahre vorher bereits in meiner Kindheit als Grundstein gelegt wurde.

Ernsthaft. Es war eine Wiederholung eines bereits bestehenden Musters.

Erfreulich, dass ich es dann auch irgendwann später einmal gemerkt habe, was da wirklich abläuft! Besser spät als nie, oder?

Dieses Muster trug bei mir übrigens den Arbeitstitel: „ Ich werde übersehen. Ich bin nicht wichtig.“

Du meine Güte zog sich dieses Muster durch mein Leben. Im Rückblick völlig klar, im Moment des Geschehens allerdings einfach nur blöd und verletzend.

Genau DAS  ist die unangenehme Facette unsere Verstandes. Er fragt nicht, ob es sich gut oder schlecht anfühlt. Das ist nicht sein Ding. Ihn interessieren Gefühle nicht. Gefühle KENNT er nämlich nicht. Das, was er kennt und aufgrund dessen er entscheidet ist die Frage: Kenne ich diese Erfahrung bereits oder kenne  ich sie nicht? Wenn ich sie kenne, dann ordne ich sie ein und löse entsprechende Emotionen aus. Falls ich diese Erfahrung noch nicht kenne, bin ich genau deshalb auf jeden Fall enorm skeptisch und finde sie pauschal blöd. Entsprechende Gefühle werden zur Untermauerung ebenfalls ausgelöst. Und wehe Du folgst einem anderen Gott als mir (genannt: Intuition), dann schick ich Dir Ängste und Beklemmungen und Menschen, die Dir bestätigen, dass Dein Vorhaben absolut NICHT durchführbar ist.

Hust. Hust. Räusper. Klappt meistens ganz hervorragend und die Prozentzahlen, des „Ich lasse meinen Traum von XY fallen“- Konzepts,  können sich wirklich sehen lassen.

Ja, sie können sich sehen lassen. Aber nur bis zu dem EINEN Augenblick. Dieser Augenblick, wo es KLICK macht.

Der Moment, in dem Du Dir DEINER Muster bewusst wirst und du nicht mehr bereit bist ihnen zu folgen. Es ist der Moment, in dem Du erkennst, was WIRKLICH wichtig in Deinem Leben ist, und dass Du bisher viel zu viel unterlassen hast, von dem, was Du schon immer tun und sein wolltest.

Herzlichen Glückwunsch – Willkommen in deinem wahren Leben!
 

Claudia Schidor, 24.09.2018

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