MorgengeDANKen

Datum

19.09.2018, 9.09 Uhr – irgendwie mag ich diese „Gleichheiten“. Einfach so. Ohne, dass es für mich eine tiefere Bedeutung hätte. Außer vielleicht, dass es universell gesehen so etwas wie Daten und Uhrzeiten überhaupt nicht gibt. Aber wir aus Fleisch und Blut brauchen diese Dinge natürlich schon, um uns in diesem DaSEIN zu organisieren und zurecht zu finden.

Jedenfalls sitze ich hier bei offenem Fenster, die Sonne scheint mir sanft und warm ins Gesicht, die kleine Spatzenkolonie hinterm Haus unterhält sich wie immer sehr angeregt, ein LKW fährt vorbei, jemand ist im Garten des Nachbargrundstücks und ich … ich genieße das alles. Das wird ein fantastischer Tag, da bin ich sicher! Später werde ich noch aufs Rennrad steigen und den herrlichen Spätsommertag in sportlicher Bewegung regelrecht einsaugen. Was für wundervolle Aussichten!

Ganz im Hier und Jetzt atme ich bewusst die frische Luft ein, die durch das Fenster strömt. Ganz im Hier und Jetzt nehme ich die Schönheit des Augenblicks wahr. Ich bewundere ihn und genieße meinen inneren und äußeren Frieden.

Lauschen, schauen, atmen, wahrnehmen, genießen  - und jede Menge Dankbarkeit für dieses Leben empfinden.

Dankbarkeit fühlen und als Dauereinrichtung in mein Leben zu installieren war eine großartige Idee, und sie hat schon so viel bewirkt. Wenn Du Dankbarkeit fühlst bist Du da. Dann bist Du DU in Deiner wahren Essenz. Du bist in dem einzigen Zustand, den es in Wahrheit gibt – dem HIER und JETZT. Gefühlte Dankbarkeit holt Dich ausnahmslos in diesen beschriebenen Zustand von Jetzt.

„Zustand“ - in diesem Wort steckt „Stand“ also eine Form von „Stehen“ und wer steht, hält inne.

Stehen und halten. So oft und so lange wie möglich, am liebsten immer. Genau das ist seit Jahren eine meiner täglichen Achtsamkeitsübungen, und diese kann ich jedem aus ganzem Herzen empfehlen.

Du kannst ganz einfach beginnen, in dem Du Dir jeden Abend direkt vor dem einschlafen erzählst (oder Du machst es als Partnerübung, was sehr viel Spaß macht), was Dir am Tag alles gut gefallen hat – und sei es noch so klein und vermeintlich unbedeutend. Das kann sich zu Beginn merkwürdig anfühlen, wenn Du Deinen Morgenkaffee erwähnst oder dass Dir Deine Frisur heute gefallen hat oder dass Dich jemand an der Supermarktkasse vorgelassen hat, usw.

In Wahrheit sind alle diese Kleinigkeiten alles andere als unwichtig. Guck Dir mal einen Strand an. Ein einzelnes Sandkorn macht noch keinen Strand, aber viele zusammen bilden diesen und ich finde das großartig, denn ich liebe Strände. Ich habe also Grund jedem einzelnen Sandkorn dankbar zu sein, dass es existiert, denn sonst gäbe es ja auch keinen Strand.

Was außerdem bei dieser Achtsamkeitsübung passiert, ist, wenn Du es täglich machst, wirst Du nach sehr kurzer Zeit bemerken, dass Du im Laufe des Tages ganz bewusst nach positiven Dingen und Situationen Ausschau hälst, damit Du Dir und/oder Deinem Partner abends im Bett auch was zu erzählen hast. Man möchte ja auch ein wenig Abwechslung haben, nicht wahr?

Gelebte Dankbarkeit verändert Dein Leben und zwar gründlich. Wer Dankbarkeit als Dauerzustand in sein Leben integriert lebt ein erfülltes Leben, denn Dankbarkeit fühlen ist vergleichbar mit einem Wasserhahn, den Du aufdrehst. Je mehr Dankbarkeit Du fühlst um so weiter ist der Hahn aufgedreht und „es“ strömt immer schneller in dich hinein.

Mit „es“ ist die allumfassende, bedingungslose Liebe gemeint, die Du in Dir trägst, die Du in Wahrheit bist. Je mehr Du „im Training“ bist, desto schneller geht es und irgendwann ist es dann kein Wasserhahn mehr, der aufgedreht, sondern ein Schalter, der umgelegt wird, und dann bist Du sofort vollständig erfüllt und fühlst Dein unendliches SEIN, dass Du bist.
 

Claudia Schidor, 19.09.2018

zurück

bsr logo schnitt b
brunnen2